Die Kollegen im Gemeinderat Dario Stablum und Walter Blaas starten ihren Frontalangriff auf die Südtiroler Volkspartei gestern mit einer sehr eigenartigen Interpretation ihrer wagen Erinnerungen sowie Unwahrheiten. Im Zuge der Neubenennung einiger Straßen hat Bürgermeister Albert Pürgstaller im November letzten Jahres kund getan, dass er eine Namensliste der Koalition innerhalb April allen Kollegen im Gemeinderat vorlegen werde. Das Duo Dario Stablum und Walter Blaas behauptet demnach ernsthaft, der Bürgermeister hätte diesbezüglich sein Versprechen gebrochen. Dass heute aber erst der 8. April und nicht der 30. ist, scheint den beiden dabei wohl entgangen zu sein.
Bezüglich dem heikelsten aller Punkte in dieser Debatte, nämlich der Neubenennung einer Straße nach dem in Brixen für Jahrzehnte stationierten italienischen Militär, müssen die Erinnerungen der Kollegen etwas aufgefrischt werden. Es ist in der Tat wahr, dass sich die Südtiroler Volkspartei in dieser jahrelange Diskussion dazu bekannt hat, eine Straße den Alpini zu widmen. Es ist darüber hinaus auch wahr, dass im Zuge dieser Diskussion der Name “Brigata Alpina Tridentina” mehrfach diskutiert wurde und sich die SVP bereit erklärt hat, den Namen in einer geeigneten Form zu historisieren und damit als Teil der Brixner Geschichte zu bewahren. Unwahr allerdings ist, die SVP habe jemals eine Zusage zur Benennung einer Straße nach der “Brigata” gemacht, weder in den Koalitionsinternen Diskussionen noch in der Gemeinderatssitzung vom November 2010! Die entsprechenden Aussagen der beiden Ratskollegen entsprechen ganz einfach nicht der Wahrheit. Etwas sonderlich mutet letztlich die Position der Freiheitlichen Partei. Während sie in der Regel in der ersten Reihe der heimattreuen Front steht, wagt man in diesem Fall den Schulterschluss zur Benennung einer Straße nach der „Brigata“. Einer emotionslosen, sachlichen Auseinandersetzung über die Bezeichnung von Straßen dient es nicht.Das Ziel sollte sein, mit Straßennamen wertvolle Erinnerungen oder um das Gemeinwohl verdiente Persönlichkeiten im kollektiven Gedächtnis zu verankern und nicht die Auseinandersetzung für ethnische Grabenkämpfe zu missbrauchen.
Danke für die Klarstellung!
Klarstellung:
es wurden Gespräche mit den Fraktionssprechern innerhalb März 2011 betreffend neue Straßennamen in Brixen vom Bürgermeister versprochen, worauf der Beschlussantrag zurückgezogen wurde. Die Audioaufzeichnungen belegen dies eindeutig, Kollege Ingo Dejaco. Die ersten Gespräche fanden allerdings erst Anfang Mai statt. Wir Freiheitliche wollten, nachdem der Bürgermeister mehrmals eine Straße nach der Brigata Tridentina benannt, den ital Wählern versprochen hat (ex Kollege Kompatscher wird sich erinnern) mit dem Vorschlag zugleich eine Straße/Platz nach den Kaiserjägern zu benennen. Nun haben wir Ende Mai und die Koalition ist sich intern völlig uneinig und somit das Versprechen des BM eindeutig gebrochen. Das sind die Fakten!
LG: GR Walter Blaas–die Freiheitlichen–Brixen
Der Bürgermeister hat den Italienern nie versprochen eine Straße nach der Brigata Tridentina zu benennen; sehr wohl habe ich versprochen an die Tätigkeit dieser Einheit zu erinnern. Hierzu gibt es viele Möglichkeiten, die ich auch aufgezeigt habe. Dass daraus die Medien und die italienischen Politiker mir den Namen der Straße Tridentina in den Mund gelegt haben, ist deren Handwerk, nicht meines. Blaas macht es sich zu leicht zu sagen, dass er die Kaiserjäger in Verbindung mit der Tridentina nur deshalb auf das Tapet gebracht hat, weil der Bürgermeister diese Straße versprochen hat. Hier geht es um Grundhaltungen, die keine andere Partei ihm abnimmt. Daran möchte ich Kollegen Blaas erinnern.
Albert Pürgstaller
Mit einem Unterschied, die Tridentina im WKII hat Kriegsverbrechen begangen, die Kaiserjäger nicht. So schön kann man anscheinend in Brixen Geschichte verdrehen!